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Hardy’s Backgammon Forum
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Autor Thema: Sind das türkische Moultezim und das griechische Fevga identisch?  (Gelesen 2867 mal)
Hardy
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WWW
« am: 31. Oktober 2007, 20:54:54 »

Da diese Frage schon des öfteren gestellt wurde, hier noch einmal die mir bekannten Unterschiede dieser ansonsen sehr ähnlichen Varianten:

1. Wer zuerst ziehen darf in einem Spiel, wird im Moultezim genau wie im
Backgammon entschieden. Beim Fevga fängt in den folgenden Spielen dann
derjenige Spieler an, der das jeweils vorhergehende Spiel gewonnen hat.

2. Im Moultezim darf man nicht mehr als 4 Punkte im eigenen Heimfeld
machen, im Fevga muss mindestens ein Punkt frei bleiben (sprich: man
darf im Fevga im Heimfeld einen Punkt mehr machen).

3. Im Fevga muss man, sollte der Gegner alle seine Steine auf dem
24-Punkt haben und man hat davor einen 6-Prime, diesen Prime auflösen,
damit der Gegner die Gelegenheit erhält, wieder zu ziehen.


Weiterhin fröhliches Fachsimpeln hier  Zwinkernd

Hardy  Cool
« Letzte Änderung: 31. Oktober 2007, 21:24:45 von Hardy » Gespeichert

Hardy's Backgammon Pages - was sonst?  Cool
Andreas
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« Antworten #1 am: 31. Oktober 2007, 21:33:26 »

Da diese Frage schon des öfteren gestellt wurde, hier noch einmal die mir bekannten Unterschiede dieser ansonsen sehr ähnlichen Varianten:

1. Wer zuerst ziehen darf in einem Spiel, wird im Moultezim genau wie im
Backgammon entschieden. Beim Fevga fängt in den folgenden Spielen dann
derjenige Spieler an, der das jeweils vorhergehende Spiel gewonnen hat.

2. Im Moultezim darf man nicht mehr als 4 Punkte im eigenen Heimfeld
machen, im Fevga muss mindestens ein Punkt frei bleiben (sprich: man
darf im Fegva im Heimfeld einen Punkt mehr machen).

3. Im Fevga muss man, sollte der Gegner alle seine Steine auf dem
24-Punkt haben und man hat davor einen 6-Prime, diesen Prime auflösen,
damit der Gegner die Gelegenheit erhält, wieder zu ziehen.


Weiterhin fröhliches Fachsimpeln hier  Zwinkernd

Hardy  Cool

Hallo Hardy,
nach meiner Auffassung sind die Moultezim und Fevga identisch und bestimmte Details sind Vereinbarungssache, die unterschiedlich gehandhabt werden unabhängig davon, ob sich Griechen oder Türken gegenübersitzen.

In allen von Griechen geschriebenen Büchern (Maltezopoulos, Tzannes, Frantzis) heisst das Spiel "Moultezim" - und Fevga scheint nach Maltezopoulos eine Art umgangssprachliche griechische Ausdrucksweise dafür zu sein.

Die Regelunterschiede - in der Praxis sind die Regeln allerdings in Griechenland und auf den griechischen Servern sehr einheitlich - sind geringfügig und beeinflussen nur wenige Spielsituationen.

(Im Unterschied zur russischen Spielweise Nardi, bei der man z.B. mit den meisten Würfen nur jeweils einen Stein vom 24er losschicken kann, was das Spiel drastisch beeinflusst...die Griechen sagen: Wir dürfen mehr, wir spielen freier...die Russen sagen: Wir sind sehr intelligent, siehe Schach, und ziehen das schwierigere Spiel vor.)

Die Regelunterschiede betreffen den Umfang der Blockademöglichkeiten.

Stets ist es jedoch nicht erlaubt, das Startfeld 24...19 vollständig zu schliessen.

In der Regel - ausser insb. bei Tzannes/PBEM - ist weiterhin folgendes verboten:

1) Den Bereich des gegnerischen Startfelds einschl. Barpunkt, also von 23...18(!) (=12...7) zuzunageln.

2) Dem Gegner keine wenigstens theoretische Zugmöglichkeit mehr zu lassen. (Dies gilt für jeden Zeitpunkt des Spiels.)

Gruß

Andreas

vgl.

Both players play in the same direction. Each player must move his first checker until it reaches the opponents start field, before he can move any other checker. A single checker occupies a pip (blot).

Special rules:
1.) Each player must leave at any time at least one free pip in his start field (24-19) as well as on the opponent start field (12-7, presupposed the opponent has at least one checker on his start position).
2.) Each player have always to ensure that the opponent has at least a playable position. If the opponent doesn΄t have a playable position for any roll, then the player have to move those checkers, that make it possible

http://www.tavli-network.gr        (->support)
« Letzte Änderung: 31. Oktober 2007, 21:41:28 von Andreas » Gespeichert
Dieter
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« Antworten #2 am: 13. November 2007, 09:25:29 »

Hallo,

finde den Vergleich der beiden Versionen super. Gibt es noch andere (länder)typische Versionen? Vielleicht auch in den anderen Spielvarianten. Wäre bestimmt ein lohnendes Thema sich mal mit den verschiedenen Spielvarianten zu beschäftigen bzw. dies uter einen geeigneten Thread zusammen zu fassen.

Wenn ich es richtig sehe, beschäftigen sich bisher alle Teilnehmer am Forum unter dem Punkt Moultezim ausschließlich mit Fevga. Sollte nicht dann die Bezeichung entsprechend geändert werden. Kleine Bitte an den Admin.

Gruß

Dieter
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Andreas
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« Antworten #3 am: 13. November 2007, 18:47:48 »

Wenn ich es richtig sehe, beschäftigen sich bisher alle Teilnehmer am Forum unter dem Punkt Moultezim ausschließlich mit Fevga. Sollte nicht dann die Bezeichung entsprechend geändert werden. Kleine Bitte an den Admin.

Die offizielle Bezeichnung auch der Griechen in der Literatur ist Moultezim - "Φευγα" ist nach Maltezopoulos Band B, S. 297 das griechische Synonym. Darum ist die Rubrik-Bez. mit Moultezim / Fevga m.E. korrekt.

Vielleicht auch in den anderen Spielvarianten. Wäre bestimmt ein lohnendes Thema sich mal mit den verschiedenen Spielvarianten zu beschäftigen bzw. dies uter einen geeigneten Thread zusammen zu fassen.

Die relevant andere Spielweise von Fevga/Moultezim ist die russische/bulgarische/kasachische usw. unter dem Begriff z.B. "Narde (Feuga)" z.B. unter

http://www.vogclub.com/ranks/?r_sid=7

Ich würde mich freuen, wenn wir auch zu dieser Spielweise Diskussionsbeiträge bekommen würden - diese müssten dann in der Tat in einer neuen Rubrik erscheinen.

Gruß

Andreas



« Letzte Änderung: 14. November 2007, 17:39:49 von Andreas » Gespeichert
Andreas
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« Antworten #4 am: 14. November 2007, 18:26:56 »

Nachfolgend die Regeln von "Narde (Fevga)" nach russischer Spielweise:
aus: http://www.vogclub.com
(Ich glaube man muss sich anmelden, um zusehen und die Regeln einsehen zu können.)


Narde (Feuga)
The aim of the game is the same as in Backgammon: to move all your men into your home board and then bear them off.

Initial Setup

The starting position and play direction are shown below:


(Wie Moultezim/Fevga)

Each player has all of his men on the same point called head.

Both players move around the board in the same direction, counterclockwise.

Movements

The roll of the dice indicates how many points the player can move forward. Doublets are used twice as usual.

A player may move only one man from the initial point (head) per roll. The only exception is that if his first roll is the doublet 6-6, 4-4 or 3-3, he's allowed to move two men off his head.
A man can be moved only to a point that is not occupied by opposing men. There is no hitting in the game. A point is already blocked with one man on it.

Six men in sequence are known as a prime. There is one restriction on building primes. A player may build it only if there is at least one opponent's man behind his prime.


Entscheidend ist, dass

1) nicht zunächst ein Stein ins gegnerische Zielfeld gebracht werden muss
2) nur ein Stein, bzw. bei Pasch 6,4,3 (nur beim ersten Wurf!) zwei Steine von der Mama losgezogen werden können
3) immer nur hinter mind. eines Steins des Gegners geprimt werden kann
4) ansonsten beliebig in allen Feldern samt Startfeldern geprimt werden kann

Das Spiel unterscheidet sich somit trotz gleichen Startaufbaus signifikant von der griechisch/türkischen Spielweise Moultezim/Fevga und zwar am deutlichsten infolge Regel 2, die dazu führt, dass in der Eröffnungsphase die Steine aus der Mama auf der 24 viel langsamer "herauströpfeln" und "Schlüsselpunkte" zunächst kaum gehalten werden können, weil Steine bewegt werden müssen.
Diese Mobilität der wenigen Steine in der Anfangsphase, die bei Moultezim/Fevga ebenfalls in einem Teil der Eröffnungsspiele vorkommt, ist also hier Standard.
Im Mittelspiel, wenn noch Steine auf der 24 stehen, führen Pasche zu einer viel grösseren Umrempelung bzw. Zerstörung der Position - selbst dann, wenn der Gegner die Wurfpunkte in unserem Startfeld nicht geblockt hat - weil eben anders als beim Moulezim/Fevga hier immer nur ein Stein von der Mama gezogen werden kann.

Ist in einer späteren Spielphase der Anfangsstack auf der 24 weitgehend geräumt, resultieren Spielthematiken, wie wir sie aus der griechisch/türkischen Spielweise her kennen.

Man kann darum aus der Beobachtung von Narde/Fevga viel auch über Moultezim/Fevga zumindest bzgl. späterer Spielsituationen und Endspielsituationen lernen.

« Letzte Änderung: 21. November 2007, 01:18:54 von Andreas » Gespeichert
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