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Hardy’s Backgammon Forum
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Autor Thema: Längere Rennen  (Gelesen 491 mal)
wintom
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Luck is the idol of the idle.


WWW
« am: 01. Dezember 2009, 22:37:06 »

Graswurzel Backgammon hat einen Gastautor: Der KeithWardPipcountMatchequityTakepointSpezialist des Graffiti hat pünktlich zum 1. Dezember den ersten Teil seiner Artikelserie zum Rennen im Backgammon fertiggestellt. Schwerpunkt: Längere Rennen. Ein großes Dankeschön an Daniel Kotrc. Ich habe bereits etwas dazugelernt.

Gruß,
Thomas

PS.: Sollte unter den Forumsteilnehmern noch jemand das Bedürfnis verspüren, einen interessanten Artikel zu einem Teilbereich des Backgammons zu schreiben, bin ich hocherfreut Graswurzel Backgammon als Platform zur Verfügung zu stellen.
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gumpi
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keep-it-simple!


« Antworten #1 am: 01. Dezember 2009, 23:20:53 »

Schöner Artikel, sehr solide und verständlich erklärt. Daniel, stärke die Gegner nicht unnütz  Grinsend.

Gruß Gumpi
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Daniel
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« Antworten #2 am: 02. Dezember 2009, 12:11:40 »

Danke. Smiley Meine bisherige Erfahrung zeigt, dass die meisten Spieler am Brett ohnehin zu faul sind, genau nachzurechnen und mindestens in der Chouette sich auch von anderen Überlegungen leiten lassen.  Yippee
Auf der anderen Seite und ernst gemeint habe ich von anderen auch oft profitiert (z.B. von dir); da sehe ich kein Problem.

Bisher ist das mehr oder weniger eine paraphrasierte Übersetzung des Kit-Woolsey-Kapitels. Im zweiten Teil wird es mMn interessanter, wenn ich mich Positionen zuwende, in denen es Faktoren gibt, die zu Wastage führen. Zwar werden dort auch mehr oder weniger die Thesen von Woolsey bestätigt. Aber einen kleinen eigenen Beitrag zum Verständnis solcher Positionen habe ich vielleicht doch geleistet.

Gruß, Daniel
« Letzte Änderung: 02. Dezember 2009, 16:35:23 von dkbs » Gespeichert
Andreas
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« Antworten #3 am: 02. Dezember 2009, 17:48:04 »

Zunächst erstmal ein herzliches Danke schön an Daniel für die excellente Ausarbeitung  Applaus

Angesichts des Umstandes, dass man auf Thomas' Seite Weizen ohne Spreu bekommt, bin ich mir sicher, dass sich inzwischen auch viele nichtdeutsche Besucher sich durch diese Seiten arbeiten !

Ich würde jedoch an diesem Bsp. einsteigen wollen, um erneut die Bedeutung der genauen Pipcount-Methodik im Vergleich zur vereinfachten Crossover Methodik für Cube-Entscheidungen zu diskutieren.

Daniel hat insgesamt 23 Cube und Recube Positionen veröffentlicht, an denen ich jetzt das vereinfachte Verfahren teste.

Die vereinfachte Methode für längere Rennen lautet:

1 adjusted Crossover Vorteil:   ND/T
2 adjusted Crossover Vorteil:   D/T und NReD/T
3 adjusted Crossover Vorteil:   D/P und ReD/T
4 adjusted Crossover Vorteil:   ReD/P

adjusted Crossovervorteil = Crossovervorteil +/- 1 adjustment

Das +/- 1 adjustment habe ich in der nachfolgenden Tabelle dem Gegner zugeschlagen (-> aCO), soweit es ins Auge springt, dass er neben dem Crossoverunterschied positionell gegenüber uns zu seinem Vor-oder Nachteil "verrückt" ist.

Gehen wir jetzt einmal die Beispiele von Daniel durch; ich habe hierbei die adjustments +/-1 spontan vorgenommen, ohne auf das Ergebnis zu schauen:

1. 9 CO vs 11  CO:   D/T korrekt
2. 7 CO vs  9 aCO:   D/T korrekt
3. 3 CO vs  5 aCO:   D/T korrekt
4. 9 CO vs 12 aCO:   D/P (P: -0,015)
5. 9 CO vs 13 aCO:  D/P korrekt
6. 7 CO vs  9 aCO:  D/T korrekt
7. 7 CO vs  9  aCO:  D/T (T: -0,046)
8. 3 CO vs  5  aCO:  D/T korrekt
9. 3 CO vs  5  aCO:  D/T (T: -0,046)
10. 9 CO vs 11 CO:  D/T korrekt
11. 9 CO vs 11 CO:  D/T (D: -0,009)
12. 7 CO vs 9  aCO: D/T korrekt
13. 7 CO vs 8  aCO: ND/T korrekt
14. 3 CO vs 5  aCO:  D/T korrekt
15. 3 CO vs 4  aCO: ND/T korrekt
16. 9 CO vs 12 aCO: ReD/T (D: -0,025)
17. 9 CO vs 12 aCO: ReD/T korrekt
18. 7 CO vs  9 aCO: NReD/T korrekt
19. 7 CO vs  9 aCO: NReD/T (ND: -0,002)
20. 3 CO vs  5 aCO: NReD/T korrekt
21. 3 CO vs. 5 aCO: NReD/T (ND: -0,010)
22. 1 CO vs. 1 CO:  NReD/T korrekt
23. 1 CO vs. 5 aCO: D/P korrekt


Im Endergebnis zeigt sich m.E., dass die vereinfachte Cube-Entscheidung über adjusted Crossover praktisch sowohl für den Doppelnden als auch für den Gedoppelten bei einem langen/mittellangen Rennen im Mittel nur zu einem minimalen Fehler führt und zwar i.H. von - 0,0067 pro Entscheidung bei den hier vorliegenden 23 Beispielen.

Tatsächlich ist der Fehler noch kleiner, weil ich bei dieser Berechnung dem Doppelnden auch die Take/Pass-Fehler mit angerechnet habe (und umgekehrt).

(Der grösste Einzelfehler lag bei -0,046.)

Dieser kleine Nachteil wird jedoch m.E. dadurch mehr als ausgeglichen, dass die vereinfachte Methode weniger anfällig für Zähl- und Rechenfehler ist.

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen hierzu  Kaffee

(Falls ich mich irgendwo versehen habe, bitte ich um Korrektur; falls -adjusted- Crossover versus exakter Pipcount bei langen/mittellangen Rennen schon irgendwo abgehandelt wurde, würde mich ein Link interessieren.)
« Letzte Änderung: 02. Dezember 2009, 18:27:21 von Andreas » Gespeichert
Daniel
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« Antworten #4 am: 02. Dezember 2009, 19:39:29 »

@ Andreas: Vielen Dank!

Sehe ich das richtig, dass du vorschlägst, den exakten Pipcount bei solchen längeren Rennen durch eine Abschätzung nach Crossovers zu ersetzen?
Wenn ja, könntest du die Regel nochmal erklären, oder zeigen wo sie zu finden ist, speziell, was du mit dem adjustment meinst, das du zusätzlich zum Zählen des Pipcounts noch einführst?

In Position 2 beispielsweise kommst du auf 7 vs. 9 CO. Das heißt du hast dem zurückliegenden Gegner noch einen Nachteil verpasst. Das verstehe ich z.B. erstmal nicht auf den ersten Blick.
Im übrigen habe ich ja die meisten Positionen nur für ein Initialdoppel ausgerollt (wie es Woolsey auch gemacht hat). Aber ich würde doch meinen, dass diese Position wahrscheinlich auch ein Redoppel sein sollte.


Es ist jedenfalls ein interessanter Ansatz, der ja auch zu funktionieren scheint und der tatsächlich denjenigen entgegenkommt, die ungern Pipcount machen.

Interessant, aber auf den ersten Blick etwas paradox finde ich die Tatache, dass man bei dieser Methode die Zahl der Crossovers heranzieht. Obwohl laut Woolsey (und im nächsten Teil meines Textes habe ich dies tendenziell bestätigt) eine kleinere oder größere Zahl von Crossovers kaum eine Rolle spielt bei längeren Rennen.

Ich will nicht vorgreifen, ( weil ich das auch noch behandeln werde) aber wie du hier schon einmal erwähnt hattest in einer Diskussion zu adjusted Pipcount, ist das nur anders, wenn die Außenfeldchecker kurz vor dem eigenen Board sich stapeln.
Aber dies könnte man wahrscheinlich ansatzweise durch das Adjustment lösen, oder?

MFG dkbs
« Letzte Änderung: 02. Dezember 2009, 19:47:32 von dkbs » Gespeichert
Andreas
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« Antworten #5 am: 02. Dezember 2009, 20:23:38 »

Guten Abend Daniel !

Sehe ich das richtig, dass du vorschlägst, den exakten Pipcount bei solchen längeren Rennen durch eine Abschätzung nach Crossovers zu ersetzen?

ja: Die Anzahl der für das Bear-In notwendigen Crossover für jeden Spieler.

Wenn ja, könntest du die Regel nochmal erklären, oder zeigen wo sie zu finden ist, speziell, was du mit dem adjustment meinst, das du zusätzlich zum Zählen des Pipcounts noch einführst?

Es geht um ein adjustment der Crossoverdifferenz, nicht des Pipcounts.

In Position 2 beispielsweise kommst du auf 7 vs. 9 CO. Das heißt du hast dem zurückliegenden Gegner noch einen Nachteil verpasst. Das verstehe ich z.B. erstmal nicht auf den ersten Blick.

Es steht 7:8 Crossover = Nicht Doppel/Take.

Man sieht jedoch auf dem ersten Blick, dass die weisse Verteilung im Schwerpunkt - also unabhängig von den Crossovern - gegenüber der weissen etwas zurückgeschoben ist sowohl im Innen-als auch im Aussenfeld.
Hierfür bekommt Weiss ein adjustment, einen "Strafcrossover".

Im Ergebnis haben wir dann 7:9 = D/T

Im übrigen habe ich ja die meisten Positionen nur für ein Initialdoppel ausgerollt (wie es Woolsey auch gemacht hat). Aber ich würde doch meinen, dass diese Position wahrscheinlich auch ein Redoppel sein sollte.

Das kann sein, wäre zu testen. Ich würde dann zu NReD/T kommen und einen Fehler machen...aber eventuell nur einen kleinen ?!? (Oder keinen?)

Interessant, aber auf den ersten Blick etwas paradox finde ich die Tatache, dass man bei dieser Methode die Zahl der Crossovers heranzieht. Obwohl laut Woolsey (und im nächsten Teil meines Textes habe ich dies tendenziell bestätigt) eine kleinere oder größere Zahl von Crossovers kaum eine Rolle spielt bei längeren Rennen.

Woolsey sagt, dass man den Pipcount idR nicht noch bzgl. der Crossover adjusten muss.

Wir hatten das diskutiert und gesehen, dass die Crossoverzahl im Sinne eines Pipcount adjustments nur eine Rolle spielt, wenn sie drohende Pipverschwendung beinhaltet.

Hier jedoch nehmen wir die Crossover als Pip-Surrogat - da zählen sie natürlich, sind ja die Basis der Rennbeurteilung.

Ich will nicht vorgreifen, ( weil ich das auch noch behandeln werde) aber wie du hier schon einmal erwähnt hattest in einer Diskussion zu adjusted Pipcount, ist das nur anders, wenn die Außenfeldchecker kurz vor dem eigenen Board sich stapeln.
Aber dies könnte man wahrscheinlich ansatzweise durch das Adjustment lösen, oder?

Vielleicht nicht, noch nicht gecheckt. Aber das ist ja bei jeder Methode schwierig.

Ich glaube aber, dass "smoothe" Bearin Racings so behandelt werden können, das klappt auch bei den Woolsey Racing Positionen.

Es ist klar, dass - wenn genug Zeit ist - der exakte Pipcount die exaktere Methode ist, aber ich glaube der Equity-Verlust infolge des Crossover Counts statt des Pip Counts wird fast immer sehr klein sein.

Gruß

Andreas
« Letzte Änderung: 02. Dezember 2009, 20:54:14 von Andreas » Gespeichert
Andreas
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« Antworten #6 am: 02. Dezember 2009, 23:53:07 »

Nachfolgend Pos. 2 als Redoppel mit XG 6ply:
Die adj. CO-Methode sagt NReD/T und macht bzgl. des NReD einen Fehler von -0,048.
Bzgl. des Takes liegt sie erwartungsgemäss in diesem Fall wieder richtig.

Wer richtig zählt hätte einen Vorteil, aber die adj CO-Methode blundert zumindest nicht.





is Player 2

  score: 0
  pip: 110
Money session
pip: 100
  score: 0

  is Player 1
XGID=----ACDBBC-----bcc-dc-----:1:1:1:00:0:0:0:0:10
on roll, cube action?


Analyzed in 6 ply
Player Winning Chances: 75,44% (G: 0,01% B: 0,00%)
Opponent Winning Chances: 24,56% (G: 0,00% B: 0,00%)
 
Cubeless Equities
No Redouble:+0,509
Redouble:+1,017
 
Cubeful Equities
No Redouble:+0,820 (-0,048)
Redouble/Take:+0,869
Redouble/Drop:+1,000 (+0,131)
 
Best Cube action: Redouble / Take
 

eXtreme Gammon Version: 1.10

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ChristianP
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« Antworten #7 am: 03. Dezember 2009, 15:38:33 »

 Bier Daneil
Feine Arbeit!

Die Stellungen sind so gewählt, dass man sich tatsächlich aufs Glatteis begeben kann,
was mir auch passiert ist, wenn man die Crossovers zu sehr berücksichtigt
(zusätzlich zum Pipcount).

Da sieht man mal wie wichtig erstmal der Pipcount  Engel  ist
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